Ich liege Blut spuckend auf der Straße oder Wie ein Zypern-Urlaub anders abläuft als erwartet

Kommen wir zum Fazit. All das hätte auch Schlimmer ausgehen können. Viel schlimmer. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Unfälle passieren. Ich war weder betrunken, noch bin ich fahrlässig gefahren. Was mir fehlte, war der richtige Instinkt für diese neue Maschine. Das wurde zum Verhängnis. Wen so etwas geschieht, dann in Sekunden. Eine bewusste Einflussnahme ist nicht mehr möglich, es sind Augenblicke. Schlaglichter. Entscheidungen, die man im Rückblick bereut, aber akzeptieren muss. Ich hatte zwei Tage lang massive Schuldgefühle, alleine deshalb, weil meinem besten Freund etwas hätte passieren können. Ergibt das Sinn? Nein, gehört aber vermutlich dazu.

Mein Glück war, dass es nicht zu schlimmeren Verletzungen kam – bei niemandem – und ich Freunde hatte, die für mich da waren. Insbesondere einer war bei jedem Schritt dabei und das war ein Anker, zum Festhalten. Gleichzeitig habe ich natürlich direkt nach dem Unfall die dümmsten Fehler gemacht, die man nie tun sollte. Liegenbleiben und Helm auf keinen Fall selbst abnehmen, wäre das korrekte Verhalten gewesen!

Und schließlich das Krankenhaus. Letztlich ist man dem System, der Infrastruktur und der Ausstattung an dem Ort des Urlaubs ausgeliefert. Hier kann ich nur jedem raten: informiert euch vorher darüber, wie das Gesundheitssystem aufgestellt ist. Es gibt massive Unterschiede zwischen Krankenhäusern und möglicherweise lässt die Situation ja eine Einflussnahme zu. Selbst Einheimische haben mir hinterher gesagt, dass sie ihren Ärzten nicht vertrauen und niemals eine Behandlung in einem Krankenhaus mitmachen würden (wenn es sich vermeiden lässt). Ich solle unbedingt einen Arzt daheim aufsuchen (was ich sowieso tun wollte). Aber das weiß man vorher nicht. Und befindet man sich erst einmal in dieser Situation, ist es zu spät.

Noch ein Wort zu den Apotheken. Selbst einfaches Verbandsmaterial ist hier schwer zu bekommen. Am besten immer ein eigenes Notfallset mitnehmen. Das hatte ich zwar tatsächlich dabei, aber darin befanden sich leider keine ausreichend großen Pflaster, um die Wunde später neu abzukleben. Die Apotheken hier, die man nach langer Fahrt erreicht, sind nur spärlich ausgestattet.

Und damit kommen wir zum letzten Punkt: Auslandsversicherung. Die sind ziemlich günstig und kümmern sich um den Rücktransport, falls es schlimmer ausgeht. Andernfalls sitzt man nämlich ziemlich allein in einem fremden Land da. Die normale Krankenkasse übernimmt zwar innerhalb von Europa die Behandlungskosten, aber für den Rest müsst ihr selbst aufkommen.

So, damit komme ich an das Ende dieses kleinen Berichts. Vielleicht kann der eine oder andere ja in der Zukunft daraus Nutzen ziehen, wenn er in einem Urlaub in eine ähnliche Situation gerät.

Der nächste Artikel wird wieder von meiner Autorentätigkeit handeln, versprochen.

Andreas Suchanek
Anogyra, Limassol
28.08.2016

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2 comments: On Ich liege Blut spuckend auf der Straße oder Wie ein Zypern-Urlaub anders abläuft als erwartet

  • Gut das alles glimpflich abgelaufen ist, ich hoffe da kommt nicht noch was nach. So eine Auslandskrankenversicherung habe ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Ich nutze dazu den ADAC, ist nicht die preisgünstigste, aber dafür kann man auf die Organisation des ADAC zurückgreifen. Man hat eine Rufnummer unter der man sich an Helfer wenden kann und die wissen wen sie ansprechen können. Alleine und hilflos im Ausland um Krankenhaus und dazu noch Verständigungsproblem, was für eine gruselige Vorstellung.

  • Da hast du aber wirklich nochmal Glück gehabt! Ich arbeite im Reisebüro und bekomme oft ähnliche Horror-Storys von meinen Kunden erzählt.
    Aber gut, dass du es gut überstanden hast und uns weiter mit Lesestoff beliefern kannst. 🙂

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