Ich liege Blut spuckend auf der Straße oder Wie ein Zypern-Urlaub anders abläuft als erwartet

Es ist ein sonniger Tag auf Zypern. Der dritte in unserem Urlaub. Wir, dass sind mein bester Freund, zwei weitere Freunde und ich. Zu viert haben wir uns ein Cottage auf der Insel gemietet und fahren nun umher, um Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Ganz oben auf der Liste: die blaue Lagune. Sie liegt ein wenig Abseits gelegen, weshalb sie mit dem Auto nur schwer erreichbar ist. Touristen fahren entweder mit dem Schiff in die versteckte Bucht oder mieten einen fahrbaren Untersatz. Zur Auswahl stehen Quad und Geländewagen. Wir entscheiden uns für zwei Quads. Der Weg ist kurvenreich, steinig, übersät mit Schlaglöchern und Steinen. Doch die Hinfahrt verläuft problemlos, mein bester Freund sitzt vor mir am Steuer. Wir verbringen eine tolle Stunde in seichtem kristallblauem Wasser.

Bucht2

Danach fahren wir weiter zwischen hohen Dünen und kleinen Buchten. Doch die Zeit der Rückkehr naht. Mittlerweile sitze ich am Steuer. Es ist ein tolles Erlebnis. Wind fährt mir durch die Haare, blaues Wasser zur linken, die Sonne scheint von oben. Ein Idyll wie aus einem Reisekatalog. Die Rückfahrt ist holprig, gelingt aber ohne Probleme. Wir erreichen den letzten Abschnitt. Hier gibt es wieder eine geteerte Straße mit einer letzten Kurve. Das Quad wird durch den abschüssigen Verlauf schneller. Ich will die Bremse betätigen, ziehe den Hebel reflexartig an…
… und merke zu spät, dass es der Gashebel ist.

Das Quad kracht gegen einen hohen Maschendrahtzaun. Etwas schlägt gegen mich, ich fliege durch die Luft. Im nächsten Augenblick liege ich am Boden. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie mein bester Freund auf den Füßen landet, er saß hinter mir auf dem Quad. Er rennt darauf zu, verhindert, dass es den steilen Abhang hinunterrollt. Er kann es stoppen. Ihm geht es gut. Ich bin beruhigt. Halt! Ich liege noch immer auf der Straße, das sollte nicht sein. Der erste Versuch aufzustehen misslingt. Etwas an meinem Bauch tut weh. Ich muss husten, spucke Blut. Das ist ganz und gar nicht in Ordnung. Etwas läuft hier falsch. Erneut starte ich einen Versuch, kann schließlich mit der Hilfe meines besten Freundes aufstehen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass das keine gute Idee ist. Liegenbleiben bis der Krankenwagen kommt, ist die richtige Vorgehensweise.

Ich schaue umher, mittlerweile stehe ich alleine in der Nähe des Zauns. Meine Freunde stehen beim Quad, überlegen, was zu tun ist. Die anderen beiden haben von dem Unfall selbst nichts mitbekommen, trafen erst kurz darauf ein und schauen jetzt zu mir herüber. Ein erschrockener Blick. Ich schaue nach unten. Mein Shirt ist zerrissen. Dort wo es schmerzt, klafft ein Loch. Ein leichtes Brennen kommt von meiner Schulter (die Fleischwunde sehe ich zu dem Zeitpunkt nicht, spüre auch kaum etwas). Ich ziehe meinen Helm ab. Fehler Nr. 2, den man nicht tun sollte. Es ist ein völlig instinktives Vorgehen. Dem Helm in der Hand gehe ich auf meine Freunde zu. Ein Flimmern engt mein Gesichtsfeld ein. Es wird heller und heller, schließlich weiß. Das Taumeln fällt den anderen auf. Mein bester Freund und einer der anderen beiden springt herbei. Gerade noch rechtzeitig. Der Helm fällt mir aus der Hand, alles dreht sich. Dann sitze ich plötzlich auf dem anderen Quad, habe eine Wasserflasche in der Hand.

… weiter auf der nächsten Seite.

2 comments: On Ich liege Blut spuckend auf der Straße oder Wie ein Zypern-Urlaub anders abläuft als erwartet

  • Gut das alles glimpflich abgelaufen ist, ich hoffe da kommt nicht noch was nach. So eine Auslandskrankenversicherung habe ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Ich nutze dazu den ADAC, ist nicht die preisgünstigste, aber dafür kann man auf die Organisation des ADAC zurückgreifen. Man hat eine Rufnummer unter der man sich an Helfer wenden kann und die wissen wen sie ansprechen können. Alleine und hilflos im Ausland um Krankenhaus und dazu noch Verständigungsproblem, was für eine gruselige Vorstellung.

  • Da hast du aber wirklich nochmal Glück gehabt! Ich arbeite im Reisebüro und bekomme oft ähnliche Horror-Storys von meinen Kunden erzählt.
    Aber gut, dass du es gut überstanden hast und uns weiter mit Lesestoff beliefern kannst. 🙂

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