Die FedCon 26 – Von Walking Deads, Whovians, Fidgets und HO.P.I.s

Tag 0 – The Beginning
Ein Donnerstag

Die Koffer sind gepackt, alle Goodies verstaut, ich bin bereit. Oder? Da ich noch auf keiner FedCon war, wird sich das wohl erst bei der Ankunft zeigen. 2 … 1 … Risiko. Kurz darauf klingelt es. Ralf Locke, Mitglied des Teams und WHOVIAN (Fan von Doktor Who und wandelndes Lexikon) ist da. Er hat sein Auto in einer freien Parkzone geparkt (glaubt er zumindest, kommen wir später darauf zurück) und die Aufregung steht ihm ins Gesicht geschrieben (mir vermutlich auch).

Minuten vergehen, dann fährt Henrik vor. Aufgrund eines Schreibfehlers auf seinem Shirt firmiert er unter TEAM. Wir fahren ab.
Abgesehen von ein wenig Stau kommen wir gut durch. 3-4 Stunden später erreichen wir so das Maritim in Bonn. Überall wimmelt es von Redshirts. Nein, das sind nicht die armen Schweine, die vom ersten Phaserstrahl erledigt werden. Es sind Helfer. Nach einigen Anfangsproblemen finden wir den Weg zu unserem Tisch und bauen auf. Der Erstschock, dass wir nämlich keine Rückwand haben, kann durch unsere Roll-Ups abgefangen werden. Wir machen uns einfach eine eigene. Der Aufbau ist Marathon, denn wir haben nur etwas mehr als eine Stunde Zeit.

Nadine Erdmann trifft ein. Sie war früher Lehrerin und hat es mit drei kindischen Typen nicht leicht (so viel vorweg). Ihr Spitzname in den nächsten Tagen: die PÄDAGOGIN.
Am Abend geht es ins Hotel, noch eine Mütze Schlaf holen. Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Es wird eine kurze Nacht.

Tag 1 – Die Einstiegsdroge
Ein Freitag

Welcher Irre hat den Wecker auf 06.30 Uhr gestellt? Achso, ich. Und nein, die Snooze-Taste ist heute verboten. Ich spiele Walking Dead, schlurfe ins Bad und stehe irgendwann unter der Dusche, dann am Frühstücksbuffet. Keine Angst, ich habe mir vorher etwas angezogen.
TEAM (Henrik) langt ordentlich zu. WHOVIAN (Ralf) ist gutes Mittelmaß. PÄDAGOGIN (Nadine) klammert sich an einem Joghurt fest. Ich liege irgendwo im Mittelfeld, aber Nutella spielt dabei definitiv eine Rolle. Von hier geht es zur Con.

 

Ich grüße einen Darth Vader mit einem freundlichen Nicken, bestaune eine Tardis aus Stoff (der arme Kerl / die Frau darunter hatte ne Sauna) und merke irgendwann, dass mein Mund offen steht. So viele Menschen, in so vielen unglaublich genialen Kostümen. Okay Andi, Konzentration. Wir düsen zum Stand. Gewinnspielbox steht, Tafel aufgebaut, EC-Bezahlsystem online, alle Bücher liegen akkurat. Wir sind bereit.
Die Klimaanlage kommt leider nicht so richtig mit den vielen Menschen klar, es ist warm und stickig. Am ersten Tag kommen nur wenig Besucher an unseren Stand – einige haben Schweißtücher und Fächer dabei – ich will auch sowas. Dann begehe ich den katastrophalsten Fehler der gesamten FedCon!

»Ich schaue mir mal kurz die anderen Stände an«, sage ich voller Unschuld.
Das war’s.

Ich komme mit einer Tasche wieder. Zwei Funky Pops (aus Doctor Who) und ein Sonic Screwdriver (der kann einzelne Fernbedienungssignale aufnehmen und klonen). Zwei Tassen (Batman und Superman) dürfen auch nicht fehlen. Batman vs. Superman aka Kaffee vs. Tee. Meine Einstiegsdroge.

 

Ich führe ein tolles Gespräch mit den Verkäufern am Stand, schaue bei Cross Cult vorbei und plaudere mit Markus Rohde. Bei den Kollegen ging eine Lieferung verloren, am ersten Tag haben sie keine Bücher. Horrorszenario. Später kommen Christian Humberg und Bernd Perplies an (die armen hatten eine Signierstunde, leider ohne die verlustigen Bücher). Leute, ihr hattet mein vollstes Mitleid.
Der Tag fliegt irgendwie vorbei und ohne, dass ich es weiß, setzt er den Ton für die kommenden Tage. Wir gehen essen, fallen ins Bett und dann … klingelt der Wecker.

Besondere Ereignisse: Henrik vergisst die T-Shirts im Auto. Wir holen sie im Halbschlaf.

Tag 2 – Was sind HO.P.I.s?
Ein Samstag

Welcher Irre hat den Wecker auf … achso, richtig. Bad, Frühstück, Con-Tisch.

WHOVIAN (Ralf) und ich schleichen uns zur Halle, in der die Tardis steht. Normalerweise darf dort niemand auf die Bühne, aber nach einer ganz lieben Bitte und einem »aber nicht hinein gehen«, durften wir Bilder machen.

WHOVIAN (Ralf) verschwindet öfter auf Toilette. Jedes Mal kommt er mit einer Tüte voller Bücher und Fan-Produkten zurück. Nein, die holt er nicht auf der Toilette, aber an den Ständen auf dem Weg. TEAM (Henrik) hat den Cutter entdeckt, den wir benutzen, um die Folie um die Bücher aufzuschneiden, um signieren zu können. Er spielt damit herum, was besonders die PÄDAGOGIN (Nadine) auf Distanz treibt. Sie findet ein Fidget (nach diesen Tagen ist es legendär) und gibt es TEAM, damit der seine suizidal-spielerischen Cutter-Tendenzen verliert. Der will aber nicht. Ich halte das Teil also kurz, dumm gelaufen. Fortan dreht es sich auf meinem Finger und ich gebe es nicht mehr her. Die PÄDAGOGIN will es aber selbst.

Das gegenseitige Wegnehmen zieht sich über die gesamten 4 Tage hin.
Nach und nach schlägt der Kaufrausch bei uns allen zu. Jedes Mal, wenn ich den Stand verlasse, komme ich mit einer größeren Tüte zurück. Ein Eiserner Thron (GoT), Funky Pops der Guardians of the Galaxy, Doctor Who Comics, und so geht das fröhlich weiter. WHOVIAN hat sich böse angesteckt. Er deckt sich mit weiteren Büchern ein, besitzt plötzlich Comics und einen eigenen Screwdriver (ich habe gelernt das surrende leuchtende Teil zu hassen). Dann erreicht die Welle TEAM. Es werden zwei Capies, ein T-Shirt und zwei Metall Wall-E’s (wovon er einen mir schenkt). Ich war gerührt. Was bin ich vorher um das Teil herumgeschlichen.

Unser Stand erhält mehr Zulauf. Viele Facebook-Leser schauen vorbei, kaufen Bücher, unterhalten sich mit uns oder holen sich eine Goodie-Bag / einen Energy-Drink ab. Beim täglichen Gewinnspiel wird heftig mitgefiebert und es geht lustig zu.

Im Verlauf des Tages weiht uns PÄDAGOGIN (Nadine) in einige Geheimnisse ein. So lerne ich auch das Wort HO.P.I.s (das ich im Weiteren als Hopis schreiben werde) kennen. Es steht für hochpubertäre Irre. Damit sind wir gemeint. TEAM, WHOVIAN und ich (NEEK = Nerd + Geek). Unnötig zu erwähnen, dass dieses tolle Wort es bereits in Heliosphere 44 geschafft hat und ihr es im nächsten MORDs-Team wiederfinden werdet.
Die Stimmung ist gut. TEAM und WHOVIAN bewerfen sich irgendwann mit kleinen Plastikflaschen. Dann beziehen sie mich mit ein. Leider ducke ich mich weg, weshalb der Kollege am Nachbarstand getroffen wird.

Eine Facebook-Leserin (Patricia) bringt uns einen Fächer, weil wir doch unbedingt auch einen wollten. Fortan fühlt man sich ein wenig wie ein Nil-Sklave auf einer ägyptischen Galeere. Jeder muss mal ran, aber immerhin können wir die Hitze damit ein wenig bändigen.

Zwischendrin schaut Susann Picard vorbei. Sie ist Redakteurin von Professor Zamorra und Lektorin bei Heliosphere 2265. PÄDAGOGIN (Nadine) fühlt sich wie auf Klassenfahrt, kichert selbst aber ständig. Was soll man sagen? Wir sind Hopis.
Das Gewinnspiel am Ende des Tages ist ziemlich leer. Warum? Weil wir Hopis das Ding auf 18 Uhr gelegt haben. Zu dem Zeitpunkt unterhält sich Michael Dorn, das ist der Kerl mit Stirnwulst in Stark Trek (auch bekannt als Worf), mit seinen Zuschauern. Dumm gelaufen. Aber hey, die wenigen Anwesenden haben Spaß.

Besondere Ereignisse: Henrik lässt seine Keycard im Zimmer liegen und benötigt Ersatz. Also mir könnte das nicht passieren (der Meinung ist auch die PÄDAGOGIN).

Tag 3 – Looking for Freedom
Ein Sonntag

Der Sonntag ist da. Welcher Irre hat den Wecker … okay, okay. Aufstehen, Bad, Frühstück, Con-Tisch. Heute ist der 10-Stunden-Tag, vor dem wir alle Angst hatten.
Es geht aber eigentlich erst so gegen 10 Uhr richtig los, was ich jetzt ziemlich unfair finde. Hätten wir da nicht auch ausschlafen können? Kaum einer bekommt die Augen richtig auf.
Der Tag ist voll toller Panels und eindeutig kein Ruhetag. Es läuft gut und wir haben – was für eine Frage – natürlich Spaß.

Ich gehe hier ungern ins Detail. WHOVIAN (Ralf) hat ein paar suizidale Cutter-Tendenzen von TEAM (Henrik) übernommen und schneidet in die Tischdecke. Ich nehme ihm das blöde Ding jetzt ab. Den Fidget will ich aber nicht hergeben. Darauf zieht WHOVIAN (Ralf) los, um noch mehr einzukaufen, und TEAM (Henrik) schnappt sich den Cutter. Ich gebe auf.

Ich lerne Leser von Lovelybooks kennen, ebenso Mitglieder des dortigen Teams. Vom Veranstalter der Phantastika schaut jemand vorbei, von Facebook kommen viele. Ich lerne andere Autoren kennen, Standbetreiber und Verleger. Meine Taschen mit Merchandising werden immer voller. Da gibt es aber auch tolle Sachen. Mittlerweile geben wir aufeinander acht, denn jeder weiß: Sobald einer von uns verschwindet, kommt er mit einer Tasche zurück. Welcher Idiot lässt auch lauter Geeks an einem Stand … ach, richtig. Das war ich. Mittags treffe ich den Kollegen Christian Humberg (Zamorra, Star Trek Prometheus). Wir gehen zusammen mit Annika Klüver (Zamorra) und ihrer Schwester einen Kaffee trinken (Letztere hat im Gegensatz zu uns einen seriösen Job).

Da ist etwas, das ich nicht so richtig einordnen kann. Ah, richtig. Stille. Keine Musik, keine flackernden Lichter, keine Kostüme. Ich atme mal durch. Christian und ich plaudern. Worüber? Sorry, Top-Secret. Dazu erfahrt ihr dann irgendwann mehr. Unser Gewinnspiel steht bevor. Um 18 Uhr gibt es einmal mehr drei Gewinner. Okay, wir haben wieder ein Panel unterschätzt. David Hasselhoff wird auftreten. Wir haben ein wenig Angst um die Mauer, also die des Gebäudes. Aber alles hält. Nur die Teilnehmerzahl beim Gewinnspiel ist dadurch erneut gering. Dafür freuen sich alle Anwesenden.

Später schaut Franziska (vom Doctor Who-Shop www.thewhoshop.com ) bei uns vorbei. Ihr wisst schon, am ersten Tag hatte ich dort den Sonic Screwdriver und zwei Funky Pop-Figuren gekauft. Es entsteht ein tolles Gespräch. Ihre Chefs haben einen Doctor Who Fan-Shop in London, kennen die Schauspieler, haben beide auch bereits vor der Kamera gestanden. Wir beschließen, am Abend noch gemeinsam essen zu gehen. Das Gespräch findet hauptsächlich auf Englisch statt und macht total Spaß. Stellt euch einfach vor, dass sich sieben Serien-Geeks treffen und drauf los quatschen. Herrlich. Auf der anderen Seite bekomme ich erstmals mit, was für Auswirkungen ein Anschlag auf das Leben von Menschen hat. Alle drei kommen aus London, wo auch Freunde und Familie leben. Da hat man Angst. Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert. Sie lassen sich nicht unterkriegen, aber während für uns die Ereignisse als Schlagzeile präsentiert werden, ist es für die drei bitterer Ernst. Das rückt die Perspektive ein wenig zurecht. Nach einem heiteren, fröhlichen Abend fahren wir zurück zum Hotel.

Besondere Ereignisse: TEAM (Henrik) vergisst seine Keycard in meinem Zimmer. Ich meine leider auch, daher haben wir ein Problem. Als es mir auffällt, realisiert PÄDAGOGIN (Nadine) geschockt, dass sie ihre auch vergessen hat. Wir schauen zu WHOVIAN (Ralf). Der Streber hat sie dabei. Peinlich berührt schleichen wir zum Empfang.

Tag 4 – The End
Ein Montag

Ehrlich, wir sind durch. Eine tolle Zeit liegt hinter uns. Tolle Leute, tolle Kollegen, viel Gelächter. Wir plaudern erneut mit vielen, die ich bisher nur über das Internet kannte, halten ein letztes Gewinnspiel ab und dann geht es nach Hause. Vollbepackt mit tollen Sachen … ihr wisst schon (als Kind der 90er vergisst man manche Werbe-Jingles niemals). Nach einer problemlosen Fahrt erreichen wir das Lagerhaus, räumen aus und es geht nach Karlsruhe. PÄDAGOGIN (Nadine) ist mittlerweile daheim angekommen. WHOVIAN (Ralf) setzen wir an seinem Auto ab. Okay, Anwohner frei war der Parkplatz schon, sonst aber auch nichts. Strafzettel hängt.

Ich und TEAM (Henrik) gehen noch etwas essen, dann falle ich ins Bett.
So endet eine schöne Zeit.

Einen weiteren Bericht aus der Sicht von PÄDAGOGIN (Nadine) findet ihr hier:
http://nadineerdmann.de

Achso, richtig, da war noch was.

Sci-Fi & Fantasy Hand in Hand. Geht das? Aber klar. Das Erbe der Macht und Heliosphere 2265 sind für den Deutschen Phantastik Preis als „Beste Serie“ und „Bestes Hörspiel“ nominiert. Gebt ihr mir eure Stimme?

Hier könnt ihr noch bis zum 15.06.2017 abstimmen: https://eveeno.com/123240092

Andreas Suchanek
Karlsruhe, 06.06.2017

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