Die Phantastika 2017 – Von Einhörnern in der goldenen Box und Weeping Angels

Tag 0 – Aufbau und Anreise

»Wir sind gleich da«, tippe ich die verhängnisvollen Worte in das Smartphone und schicke sie ab. Oberhausen ist fast erreicht, Yes! Wir sitzen im Sprinter, vollgepackt mit Büchern und Standmaterial, haben 4 ½ Stunden Fahrt hinter uns und sind nervös. An der Stelle verdrehen zwei Leser die Augen (Henrik und Ralf). Okay, ich bin nervös.
Auf der FedCon waren die Aufbauzeiten exakt getimet und wir wurden bei Erreichen der Deadline hinauskomplimentiert (ich formuliere diplomatisch). Was, wenn das hier wieder geschieht?

Es kommt, wie es kommen muss. Stau. Der vierte. Nadine erklärt mir, dass das im Ruhrpott normal ist. Ernsthaft? Ich schütte weiter Cola Light in mich – nicht hilfreich um den inneren Ruhepol zu finden, aber was soll‘s. Wir erreichen das Messezentrum nicht wie geplant um 17.30 Uhr, sondern kurz nach 19 Uhr.
Aber ich atme auf – alles gar kein Problem, das Phantastika-Team ist sympathisch, hilfsbereit und lässt uns aufbauen. Super Organisation, top!
Nadines Schwester Annika hilft auch noch mit. Der Stand steht recht schnell. Es ist geschafft. Nadine und Henrik sinken ermattet auf die Stühle.

Direkt gegenüber ist die Doctor-Who-Ausstellung. Mal ehrlich, wohin wir auch kommen, der Doc ist immer in der Nähe. Genial, obwohl die Weeping Angels natürlich ein wenig gruselig sind. Nicht blinzeln und hoffentlich fällt das Licht nicht aus.

Wir gehen noch eine Kleinigkeit essen (Henrik, Ralf, Nicole, Nadine, deren Schwester Annika und ich). Danach wartete ein schmales, hartes Bett. Ich freue mich auf morgen.

Tag 1 – Willkommen auf der Phantastika

Heimspiel-Nadine holt Henrik, Ralf und mich am nächsten Morgen ab. Das Auto ist vollgepackt mit Brötchen, Muffins (damit meine ich nicht uns, sondern die essbare Version), Getränken und einer total goldigen Erdmann-Mamma. Ich bin hin und weg.

Wir fahren zum Zentrum, flitzen durch den Bühneneingang und stehen dann auch schon am Stand. Es geht los. Die Phantastika 2017 öffnet ihre Pforten. Zwischenzeitlich läuft bei uns die Kaffeemaschine, wir verputzen erste Muffins und stellen vorbeikommenden Menschen unsere Reihen vor. In meinem Fall fliegen auch mal ein paar Krümel, weshalb ich den Muffin dezent hinter den Büchern verschwinden lasse.

Ich lerne Julia kennen (https://www.facebook.com/Interviewreihe). Habt ihr schon vom Einhorn in der goldenen Box gehört? Ich darf drei Lose ziehen, während eine Kamera läuft, und beantworte live die Fragen. Es ist witzig und macht total viel Spaß. Überhaupt ist Julia eine herzliche und engagierte Person, mit viel Lachen und Humor – genau meine Wellenlänge. Ihr Lachen entgleist nur einmal kurz, als ich nämlich die gezogenen Lose zerknittere und wegwerfen möchte. Äh, nein! Die gehen bitte wieder in die Box zurück, Herr Suchanek. Noch viele Stunden später konnte man genau erkennen, welche davon ich gezogen hatten (ja, ich habe das geprüft). Mea Culpa, tut mir soooo leid, Julia. Ist mir auch einmal mit einer Kinokarte passiert. Gedankenverloren habe ich sie zerrissen, danach wollte ich damit ins Kino.

Hier könnt ihr das Einhorn-Video betrachten

Kris Köhler schaut ebenfalls vorbei. Er hat die Texte für die Präsentation des Deutschen Phantastik Preises eingelesen, also Ausschnitte aus dem Erbe der Macht, die auf YouTube online gestellt wurden. Wir plaudern ein wenig. Er betreibt mit seiner Frau (die genauso genial lesen kann wie er) eine Schauspielschule. Im Verlauf des Tages sagt er noch öfter Hallo, wofür ich am nächsten Tag dankbar sein werde.

Last but not least: das Interplanar Team. Ihr wisst schon, die beiden (Balthasar von Weymarn und Jochim Redecker) machen unser Heliosphere-Hörspiel. Ein leidenschaftliches Duo. Sie halten einen Hörspiel-Vortrag. Wie können Klänge im Kontext von Dialog eine Szene verändern? Dafür wurde ein Heliosphere-Beispiel abgewandelt. Hört doch mal rein 🙂

Natürlich schauen auch ein paar unserer treuesten Leser vorbei, Jenny und Dominic, um nur zwei zu nennen. Was soll ich sagen: Ich freue mich immer total, euch persönlich zu begegnen und zu plaudern. Wir lachen, scherzen, erzählen … herrlich. Auch Tina Hagelstein von Mein Buch, meine Welt kommt in unseren Orbit und plaudert an beiden Tagen mit uns. Sie ist häufig am Nachbarstand anzutreffen.

Der Tag fliegt vorbei und wir nähern uns dem Abend, der Gala zum Deutschen Phantastik Preis 2017. Meine Nerven sind zum Zerreisen gespannt. »Heliosphere 2265« ist als Bestes Hörspiel nominiert, »Erbe der Macht« als Beste Serie. Die Gala präsentiert ein paar ziemlich talentierte junge Sänger (aus Kris‘ und Monas Schauspielschule), einen Dirk van den Boom als Laudator in Bestform (niemand kann Menschen derart gut beleidigen und erntet dafür Applaus und Lacher – herrlich). Und einen Mike Hillenbrand mit unschlagbar trockenem Humor, der cool über die Bühne schlendert. Nicht zu vergessen Uschi Zietsch, die richtig schön über Serien erzählt und abschließend Wolfang Hohlbein, der aus seiner Anfangszeit berichtet.

Den Preis kann ich leider nicht mit nach Hause nehmen. Bestes Hörspiel geht an Cornelia Funke, Beste Serie an Nicole Böhm. Aber so bleibt es in letzterem Fall in der Verlags-Familie. Ein toller Gewinn für die Greenlight Press. Um halb zwölf ziehen wir müde von dannen.

Tag 2 – Nichts läuft wie geplant

Man kann wohl sagen, dass der zweite Tag im Zeichen von Murphys Law stand – alles was schiefgehen kann, geht schief. Es beginnt damit, dass ich in der Nacht nur vier Stunden schlafe. Ich wache auf mit Kopfweh und Übelkeit, später noch Schwindel.

Henrik und ich kommen verspätet zum Stand (er durfte geplant ausschlafen, weil er abends wieder fahren muss), aber dank der tollen Unterstützung der anderen passt das (danke, Ralf, Nadine, Annika und Nicole). Trotzdem sieht man mir meinen Zustand an und schließlich entscheide ich mich endgültig dazu, die Lesung abzusagen. Das ist doppelt ärgerlich, weil ich schon die ganze Woche dafür geübt hatte.
Auftritt: Retter in der Not. Kris bietet an, die Lesung zu übernehmen. Er hat das ja bereits für den DPP gemacht und kennt die Reihe. Das Ergebnis ist für mich ein absolutes Highlight, der Mann versteht sein Fach. Was denkt ihr?

Der Tag erweist sich dann natürlich als recht zäh. Aber ich kann ein wenig mit Christian Handel plaudern, schmiede Pläne mit Interplanar, unterhalte mich mit der neuen Autorin der Greenlight Press (deren Name ich noch nicht verrate) und schwatze ganz viel mit Astrid vom Drachenmond Verlag. Später schaut Dirk van den Boom am Stand vorbei und Mike Hildebrandt sagt Hallo. Auch Kai Hirdt und Madeleine Puljic von Perry Rhodan Neo plaudern mit uns und ich schaue bei Markus Rohde von Cross Cult vorbei. Nur Wolfang Hohlbein geht mir leider durch die Lappen. 🙁

Auch Christian Handel (linkes Foto) darf in die Einhorn-Box greifen. Später überreicht er mir ein Lesezeichen, für die bald erscheinende Anthologie »In Hexenwäldern und Feentürmen« (Drachenmond Verlag), in der ich eine Geschichte beisteuern durfte. Ich sage euch schon jetzt: Es ist ein Märchen mit düsterer Magie, Humor und einem Twist. Es trägt den Titel: »Träume aus Glas und Stein«.

Mittags sitze ich noch ein wenig spontan mit Johanna Ruhl zusammen. Sie bewacht den VIP-Eingang auf der Rückseite und gehört zum Phantastika-Team. In der Ferne kloppen sich Jedi Ritter mit Lichtschwertern (so eines könnte ich auch gebrauchen), wir bekommen Schoko-Puffreis von einer Kollegin angeboten und plaudern über Buchübersetzungen. Die Sonne lacht herab und es ist still und friedlich.

Gegen 17 Uhr verabschiedet sich Nicole und düst Richtung Heimat. Gegen 18 Uhr bauen wir ab, verladen und fahren in Richtung Karlsruhe. Auf dem Weg schauen wir via iPad das Kanzlerduell. Zu dritt in einem Sprinter macht das irgendwie Spaß und ständig ruft einer von uns etwa rein, lacht oder stöhnt auf. Unnötig zu erwähnen, dass wir erst mal im Stau stehen.

Wir erreichen um halb zwölf das Lager, packen aus und irgendwann um ein Uhr nachts fällt die Wohnungstür hinter mir zu. Ich falle ins Bett und beginne meine Regenerationswoche.

Damit steht in diesem Jahr nur noch eine Messe an, die Frankfurter Buchmesse. Ihr werdet hoffentlich in Massen vorbeischauen. Ich gelobe auch, alle Muffins rechtzeitig zu vertilgen, mir Botox in die Mundwinkel zu spritzen (damit das Lachen bleibt) und mit einem Permanentmarker alles zu signieren, was ihr mit hinhaltet (Schecks, Kreditverträge, Überweisungsformulare und ein oder zwei Körperteile ausgenommen).

Als Ergänzung zu diesem Artikel empfehle ich euch den Messebericht von Nadine auf ihrem Blog: http://nadineerdmann.de

Andreas Suchanek
Karlsruhe, 05.09.2017

Meine Serien im Netz

www.erbedermacht.de
www.einmordsteam.de
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