„Lern erst mal was Gescheites, Bub.“ Nein, das war nicht der erste Satz, den ich nach meiner Geburt hörte, das kam später. Geboren wurde ich am 21.03.1982 in Landau in der Pfalz. Gemäß übereinstimmenden Aussagen diverser Familienmitglieder wurde aufgrund der immensen und andauernden Lautstärke, die ich als winziger „Wonneproppen“ an den Tag legte, ein Umtausch angemahnt. „Mamma, können wir ihn nicht zurückgeben und lieber einen Hund nehmen?“ Glücklicherweise galt hier: Vom Umtausch ausgeschlossen. Es folgt also eine glückliche Kindheit und turbulente Jugend. Natürlich verrate ich hier keine weiteren Details, das würde zum einen den Spannungsbogen kaputtmachen, zum anderen bleibt dann nichts mehr für meine Memoiren übrig.

„Ein Experiment, das ganz und gar scheiterte.
 

Konzentrieren wir uns also auf das Wesentliche. Natürlich ist es Eltern immer ein Herzenswunsch, den Spross zum Lesen zu animieren. Gesagt getan, dachten sie sich und legten „Die Schatzinsel“ unter den Weihnachtsbaum. Ein Experiment, das ganz und gar scheiterte. Piraten? Schatzsuche? Nope. Mehr Glück hatten sie mit einem blauen dicken Buch. Die Rede ist natürlich von einem Perry Rhodan-Silberband, den es in einer Sonderedition auch in Blau gab. Kurz und gut, meine Liebe für die Science-Fiction erwachte. Natürlich wusste ich damals noch nicht, was eine Heftromanserie ist, immerhin lag ein fettes Buch vor mir. Erst Jahre später entdeckte ich die Perry Erstauflage und bemerkte, oha, die Dinger erscheinen ja wöchentlich. Kurz darauf entdeckte ich sogar eine weitere Heftromanserie, die ich als Buch kennengelernt hatte. Die Rede ist von „Professor Zamorra – Der Meister des Übersinnlichen“.

„… mit Leidenschaft, Energie und null Erfahrung.

Meine Einstellung war schnell klar. Während Bücher für mich das Pendant zu Kinofilmen waren, sah ich in Heftromanen das Gegenstück zu Fernsehserien. Dünner, aber dafür mit kürzerem Erscheinungsintervall. Ich begann nahezu jede Heftromanserie aus dem Sci-Fi und Mystery-Bereich zu lesen. Ich weiß, hochtrabende Worte, aber viele gab es in den 90ern ja leider bereits nicht mehr. Aber schreckte mich das ab? Mitnichten. Das Antiquariat in Landau verdiente ziemlich viel Geld, als ich dort zwischen Batman- und anderen Superhelden-Comics den Heftroman-Sektor entdeckte. Zamorra, Dämonenkiller, Sinclair, Macabros, Larry Brent … Das war auch etwa die Zeit, in der ich mal eben beschloss – mit Leidenschaft, Energie und null Erfahrung – eine eigene Serie zu schreiben. „Das Erbe der Macht“ war geboren. Jeden Monat gab es einen kostenlosen kurzen Roman zum Download im Internet.

Sternenfaust - Roman 184  Sternenfaust - Roman 188  Sternenfaust - Roman 195

„Falsch!

Es machte Spaß, wurde aber aus Zeitgründen irgendwann abgebrochen. Warum? Weil es langsam in Richtung hartem Berufsalltag ging. Das die Ausbildung zum Beamten nichts für mich war, merkte ich recht schnell. Nach einer kurzen Übergangszeit im Buchhandel, wo ich ein Jahr arbeitete, ging es los mit der Ausbildung zum „Technischen Assistent für Informatik“. Gleichzeitig machte ich die Fachhochschulreife und studierte daraufhin Informatik in Karlsruhe (Diplom und dann noch eins drauf, der Master). Solider Beruf, tolle Branche, (meist) spannende Aufgaben. Tja, da ist die Zukunft quasi bereits in Stein gemeißelt, richtig? Falsch!

Denn das Verlangen, erst eine kleine Flamme, dann ein loderndes Feuer – ja, ich weiß, viel zu schmalzig, aber hey, muss auch mal sein -, brannte immer verzehrender. Ich wollte schreiben. Das tat ich dann auch. Und bewarb mich prompt bei den Serien, die ich 14-tägig oder wöchentlich konsumierte. Da ich zudem auch ein Serienjunkie bin, orientierte sich meine Art zu schreiben an moderner Erzählweise. Wie sich die auszeichnet?

„… keine Füllfolge, keine Nebenhandlung …
Während in den 80ern und 90ern im TV eine eher prozedurale Erzählweise vorherrschte, also ein wöchentlich abgeschlossener Fall im Mittelpunkt einer Handlung stand, änderte sich das in den darauf folgenden Jahren immer mehr. Mit dem Aufkommen von Streaming-Diensten, wodurch der Zuschauer jede verpasste Folge nachschauen konnte, war das auch bitter nötig. Mich freute das ungemein. Keine Füllfolge mehr, keine Nebenhandlung, die die Storyline streckt. Stattdessen eine schnelle peppige Erzählweise, mit Cliffhangern und einem dichten Netz aus Plotpoints. Merkt ihr etwas? Leser von „Heliosphere 2265“ und „Ein M.O.R.D.s-Team“ werden jetzt hoffentlich lächelnd nicken.

„… wie das so ist beim Lottospielen …
Aber eins nach dem anderen. Ich bewarb mich also bei Bastei. Genauer: der Sci-Fi-Serie „Sternenfaust“. Wie das so ist beim Lottospielen, man rechnet nicht wirklich mit einem Gewinn. Leseprobe, die ersten paar Seiten und das Exposé für eine Story waren schnell erstellt. Ich saß also bei meinem Hiwi-Job im Fraunhofer Institut und werkelte so vor mich hin, als eine Mail einging. Die nächsten Stunden verschwimmen rückblickend in einem Meer aus Endorphinen, Adrenalin und wirrem Gekicher. Thomas Höhl, der damalige Redakteur von „Sternenfaust“, lud mich ein, einen ersten Roman zu schreiben. Die eingereichte Storyidee wollte er aber nicht für den Einstiegsroman nutzen, sondern den darauf folgenden Handlungsabschnitt (daraus wurde ein Teil des Gemini-Zyklus)! Ein Wunder, dass ich nicht wie eine Rakete durch die Decke ging. Ich schrieb also meinen ersten Roman, der – Gott sei Dank! – auch bei den anderen Fans gut ankam. Es folgten 7 ½ weitere Romane im „Sternenfaust“-Universum. Einen davon (der Zyklusauftakt zu Gemini) schrieb ich mit Thomas zusammen – daher die ½.

Maddrax - Roman 335 Maddrax - Roman 341 .Maddrax - Roman 368
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„… alles auf eine Karte setzen?
Doch alles Gute kommt zu einem Ende. Ich schrieb gerade „Alte Bekannte“, als die Nachricht eintrudelte. Die Serie wurde eingestellt. Gleichzeitig war mein Studium vorbei und kein Job in Aussicht. Nun stand ich also vor der Frage: Weiter in der IT-Branche bewerben oder alles auf eine Karte setzen? Zwischenzeitlich hatte ich mich ebenfalls bei „Professor Zamorra“ und „Maddrax, die dunkle Zukunft der Erde“ um eine Mitarbeit beworben. Und eine Zusage bekommen. Natürlich war klar, dass ich – sollte ich im IT-Bereich arbeiten – keine Chance hatte, dauerhaft dieses Pensum abzuliefern. Ich setzte alles auf eine Karte und entwarf „Heliosphere 2265“.

„… stets mit einem Cliff…
Die Charaktere, die Welten, der Serienkosmos. Gleichzeitig wollte ich hier tatsächlich genau so vorgehen, wie ich es mir immer selbst von einer Serie gewünscht hatte und wie es im TV aktuell gang und gäbe ist. Hits wie „Scandal“, „How to get away with Murder“, „Person of Interest“ (in den späteren Staffeln) oder Mystery-Hits wie „Vampire Diaries“ und „The Originals“ sind heute weitestgehend seriell aufgebaut und warten stets mit Cliffhangern auf. Das wollte ich für „Heliosphere 2265“ auch. Unterdessen schrieb ich auch weiter für „Professor Zamorra“ und „Maddrax“, lernte tolle Kollegen kennen und wurde Teil dieser beiden gigantischen Projekte.

„Ich plante den ersten Twist recht früh …
Doch zurück, zu „Heliosphere 2265“. Gerade da die Serie als E-Book erscheint war klar, dass noch lange nach dem Start die alten Bände verfügbar sind, ein paar von euch also sechs, zwölf oder mehr Romane am Stück lesen würden. Daher: Keine Füllromane, organische Cliffhanger (die vorbereitet sind), und eine schnelle Handlung. Ich plante den ersten Twist recht früh in der Handlung ein. Band 3, „Enthüllungen“, brachte einen ersten großen Gamechanger, bereits Band 6 den zweiten. Als Coverkünstler konnte ich den genialen Arndt Drechsler gewinnen, der tolle Titelbilder anfertigte und der Serie nach außen hin ihr Gesicht verlieh. Anja Dyck erschuf die Charakterzeichnungen in den Romanen und gemeinsam mit Daniel Szentes entwarf ich das Logo. Die Serie funktionierte – mit der Zeit immer besser.

Professor Zamorra - Band 1012 Professor Zamorra - Band 1022 Professor Zamorra - Band 1033

„… wie ich mir eine Adaption vorstelle …
Der Erfolg führte schließlich zur Hörspielserie von „Heliosphere 2265“. Die Planung dafür startete bereits im Dezember 2013. Hierfür flog ich nach Berlin, traf mich dort mit Balthasar von Weymarn (der mit Jochim Redeker die Doppelspitze von Interplanar Produktion bildet), und sprach mit ihm über die Serie, den Kosmos und wie ich mir eine Adaption vorstelle. Kurz darauf ging es auch schon los. Die Drehbücher wurden erstellt, Sprecher gesucht, erste Aufnahmen begannen. Geplant ist bisher ein dreimonatiges Intervall. Alles Weitere wird sich durch den Erfolg hoffentlich ergeben. Da ich selbst Fan von Sci-Fi bin und zu den Mark Brandis-Hörern gehöre, war es mir wichtig, etwas Besonderes herauszugeben. Die CD enthält daher ein Booklet, in dem exklusive Charakterportraits enthalten sind. Dazu zusätzliches Infomaterial. Auf der Datenspur sind auch bereits die MP3-Dateien inklusive.

 

Heliosphere 2265 - Roman 1 Heliosphere 2265 - Roman 11 Heliosphere 2265 - Roman 20

„… der Moriarty von Barrington Cove …
Ich selbst widmete mich dem nächsten Projekt. „Ein M.O.R.D.s-Team„. Fünf Jugendliche betreten im Jahre 1984 ihre Schule. Nur vier davon verlassen das Gebäude lebend. In kurzen Rückblicken wird enthüllt, was in der Nacht damals geschah, während im Zentrum der Story Mason, Olivia, Randy und Danielle – Kids der Gegenwart – stehen. Da zwei ihrer Eltern zu den 84ern gehören, werden sie in den Fall gezogen und beginnen den Mord aufzuklären. Mit eingewoben sind zudem Comic-Elemente. Eine Standuhr verbirgt den Zugang zum geheimen Raum. Oswald Kaminski, der lacht wie ein Pinguin, ist ein uralter Gegner des geheimnisvollen Grafen, des Herrschers der Unterwelt (quasi der Moriarty von Barrington Cove). Batman-Fans können also durchaus interpretieren. Mittlerweile ist die Reihe mit allen fünf bisher erschienenen Bänden regelmäßig in den Amazon-Charts vertreten. Anfangs schrieb ich die Serie mit Nicole Böhm und Ute Bareiss. Erstere konzentriert sich nach ihrem Gastroman aber wieder auf „Die Chroniken der Seelenwächter“, Letztere auf ihre Bücher. Damit bin ich auch wieder der alleinige Autor der Abenteuer von Mason, Olivia, Randy und Danielle in Barrington Cove (und Umgebung).


„… Perry Rhodan …
2014 kam dann auch ein weiterer Gastbeitrag zu einer Heftromanserie. Die Rede ist von Perry Rhodan. Band 8, „Anthurs Ernste“, aus der Mini-Spinn-Off-Serie Perry Rhodan-Stardust entstammt meiner Feder.

Perry Rhodan - STARDUST - Roman 8

Das Jahr 2015 entpuppte sich als eines der produktivsten und erfolgreichsten. Heliosphere 2265 und Ein MORDs-Team wurden immer erfolgreicher und so wurde recht früh klar, dass sie auch im Hardcover erscheinen werden. Diese sollten die bisherigen Taschenbücher ersetzen, die nicht für den gesamten Buchhandel erhältlich waren. Die Hörspielreihe von Heliosphere lief ebenfalls immer besser und ich selbst machte mich gedanklich an Planungen für eine dritte Serie, mit der ich 2016 beginnen wollte. Auch, dass Ein MORDs-Team einen weiteren Fall bekommen würde, war recht schnell klar. So ging das Jahr 2015 mit einem Grinsen auf meinem Gesicht zu Ende.

2016 legte dann auch ein gewaltiges Tempo vor. Die ersten Romane erschienen als Hardcover, das Hörspiel ging weiter, Ein MORDs-Team (Fall 1) ging zu Ende, die Planungen für den 2. Fall schlossen sich sofort an. Im Hintergrund ging es für mich ebenfalls los. „Das Erbe der Macht“ wurde geplant. Das erste Exposé erarbeitet und schließlich begann das Schreiben. Im Oktober 2016 wird die Reihe nun erscheinen. Ich bin bereits sehr gespannt darauf, wie die neue Urban-Fantasy-Serie aus meiner Feder bei euch ankommt.

Euch allen viel Spaß auf meiner neuen Website. Ich hoffe, eines meiner Projekte kann euch fesseln, den Atem rauben, euch in andere Welten enführen und so den Alltag für eine kleine Weile vergessen lassen.

Andreas Suchanek

Eigene Serien
„Heliosphere 2265“ (Space Opera), „Ein M.O.R.D.s-Team“ (Jugendkrimi)

Co-Autor
„Maddrax – Die dunkle Zukunft der Erde“ (Dystopische Sci-Fi), „Professor Zamorra – Der Meister des Übersinnlichen“ (Urban Fantasy), „Perry Rhodan-Stardust, Band 8, Anthurs Ernte“ (Space Opera)

Das Copyright der hier abgebildeten Bilder sieht wie folgt aus:
„Zamorra“ und „Maddrax“ liegt bei Bastei. „Perry Rhodan“ bei Pabel Möwig. „Heliosphere 2265“ und „Ein M.O.R.D.s-Team“ bei der Greenlight Press. Links zu den Serienseiten findet ihr unter „Meine Projekte“.